Palliative care und spiritual care

Laut WHO-Definition von 2002 (Palliative Care dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psychosozialer und spiritueller Natur.) ist die spirituelle Begleitung Teil des palliativen Auftrags.

Was sind spirituelle Schmerzen oder Probleme?

Das ganzheitliche Schmerzkonzept der Begründerin der modernen Hospizbewegung Cicely Saunders (1918 – 2005) versteht unter spirituellen Schmerzen die Fragen nach Schuld, Sinn, persönlicher Biografie und Betroffenheit ebenso aber auch die Grundfragen jeder menschlichen Existenz nach dem Warum, Wozu und Wohin.

Was ist spirituelle Begleitung?

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass keine Berufsgruppe für diese Aufgabe eine Monopolstellung innehat, denn jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, einen anderen spirituell zu begleiten, da Spiritualität zum Wesen des Menschen gehört. Gerade weil dies so ist, jedoch nicht einfach so „nebenbei“ erledigt werden kann, ist jede spirituelle Begleitung an zwei Voraussetzungen geknüpft, an einen Raum und eine Person, die in diesem Bereich vertiefte Kenntnisse besitzt und nicht nur auf den Schatz der eigenen Erfahrung zurückgreifen kann, sondern auch auf Hilfestellungen, die Religionen und Weltanschauungen anbieten. Darüber hinaus sollte die Fähigkeit gegeben sein, das Gegenüber wirklich und vollständig wahrzunehmen, ganz beim anderen zu sein, um intensiv zu- und hinhören zu können.